Last-Crusade.de – The Empire Writes Black Stories of these dark and modern days…

8Feb/14161

Neue Welten: Das Fairphone, Android und ich

Nach langjähriger Nutzung meines guten alten HTC Dream/G1, welches ja dank Custom ROM auf Android 2.3.7 läuft, habe ich seit nunmehr einem Monat ein neues Telefon: Das Fairphone.

Da ich jemand bin, der seine Geräte gerne benutzt bis sie wirklich den Geist aufgeben, hatte ich wenig Probleme damit, meinen "geliebten Backstein" von Telefon so lange zu nutzen. Daher war es schon ein großer Schritt, als ich mich in der ersten Hälfte des letzten Jahres zum Kauf des FP entschied. Es war eine Entscheidung aus Prinzip, weil ich die Idee hinter diesem Telefon sehr gut fand: Ein Gerät, welches unter fairen Bedingungen hergestellt wird. Was mich überzeugte, war vor allem auch der Nachhaltigkeitsgedanke, schließlich sollte beim FP auf einige seltene Ressourcen verzichtet werden, andere gezielt aus recyclten Materialen verwendet werden. Zudem wurde darauf geachtet, dass es sich gut reparieren lassen sollte.
Nun kann ich - trotz der stellenweise wirklich löblichen Transparenz- nicht beurteilen, in wie weit diese Aspekte wirklich umgesetzt wurden. Die Idee dahinter ist jedoch schon ein gutes Zeichen und das Medienecho hat hoffentlich den einen oder anderen zum Nachdenken gebracht.

Was nun für mich jetzt zählt ist: Hey, ich habe ein neues Telefon! :-)
Und ich kann sagen, dass es wirklich gut ist. Es läuft derzeit unter Android 4.2.2, ein wirklich feines Betriebssystem. Das Gerät erscheint mir sehr flott (okay, im Vergleich zum G1 erscheint fast jedes Telefon als rasend schnell *schmunzel*) und fühlt sich somit softwareseitig geschmeidig an. Auch die Haptik des Gerätes gefällt, es ist vergleichsweise schwer, was aber aufgrund des Aluminiumrückens für mich eher angenehm ist.
Natürlich hat es hier und da ein paar kleine Macken und Ungereimtheiten, aber insgesamt läuft es besser, als ich erwartet hätte. Man bedenke schließlich, dass die Organisation zum ersten Mal ein Telefon von den Markt gebracht hat. Ich gehe davon aus, dass einige der Problemchen im Laufe der Zeit durch Updates beheben werden.

Nun bin ich ja ein Verfechter von Open Source Software. Durch den neuen technologischen Meilenstein in meiner Hosentasche kann ich diese auf Android nun auch noch wesentlich ausgeprägter unterwegs verwenden. Im folgenden möchte ich einfach mal kurz eine Auswahl meiner freien (im Sinne von FOSS) Apps aufzählen, welche auf meinem FP installiert sind:

  • Barcode Scanner: Wohl die bekannste Scanner App, aber immer wieder gut (auch, wenn man selbst etwas damit entwickelt)
  • DashClock Widget: Ermöglicht das Individualisieren des Lockscreens; Es gibt viele nützliche Erweiterungen dafür (z.B. für K9).
  • F-Droid: Ein App-Store ausschließlich für quelloffene Apps.
  • FAST App Search Tool: Schnelle Suche nach Apps auf dem Gerät - wenn man mal den Überblick verliert 😉
  • Firefox: Ich denke mal, da ist kein weiterer Kommentar ist notwending.
  • Hacker's Keyboard: Eine sehr geniale Tastatur für Android. Hat neben Pfeiltasten noch viele nützliche Funktionen und sich auch sehr schön im Zusammenspiel mit ConnectBot (SSH-Client) und dem Terminal Emulator (beide natürlich auch Open Source).
  • K9 Mail: Ein umfangreicher Mail Client. Ich habe ihn bereits seit Jahren im Einsatz und will ihn nicht mehr missen.
  • OI Filemanager: Ein schlichter, flotter Dateimanager.
  • OI Notizblock: Wenn man sich mal kurz etwas aufschreiben möchte, ist diese App pragmatisch, praktisch, gut.
  • QuickDic: Ein offline Wörterbuch. Hier und da ganz praktisch.
  • Yaxim: Ein sehr guter XMPP/Jabber Client. Ich denke, auf diesen werde ich demnächst auch noch einmal in einem anderen Blog Eintrag eingehen. Kann ich nur empfehlen, damit macht Jabber unterwegs Spaß 😉

Das sind einige meiner Hauptsächlich genutzten Open Source Andwendungen. Darüber hinaus laufen noch einge zur Systemverwaltung:

  • AdAway: Werbung blocken auf Host-List Ebene.
  • AFWall+: Anwendungen vom Internet "abklemmen".
  •  Permissions: Alle Android Permissions von Apps aufgelistet.

So, das war jetzt mal ein kurzes und wirres Update zu meinem neuen Androiden.

Cheers!

31Aug/11142

Schon gewusst?

Schon gewusst, dass wenn man die Schale einer unreifen Walnuss aufschneidet eine gelb-braune Flüssigkeit austritt, die man selbst mit Hausmitteln&Gewalt nicht von den Händen bekommt? *flucht*

24Aug/113

Psi+ GPG-Verschlüsselung unter Linux ((X)Ubuntu) aktivieren

Ich hatte jetzt eine ganze Zeit über das Problem, dass ich bei Psi+ unter Xubuntu (und ich glaube, es war auch unter Linux Mint Debian Edition das gleiche Elend) keine GPG-Verschlüsselung für meinen Account aktivieren konnte, weil ich keinen privaten Schlüssel unter Account Properties -> Details auswählen konnte: Der Button "Select Key" war ausgegraut. An der Schlüsselverwaltung konnte es eigentlich nicht liegen, denn unter Gajim ging es einwand frei. Nun bin ich im Psi-MUC zufällig über die Lösung gestolpert:

libqca2-plugin-gnupg

muss installiert werden. Nun funktioniert GPG einwandfrei. So einfach kann es manchmal gehen. :-)

3Aug/11553

ejabberd zu Prosody: Migration & Konfiguration

Endlich habe ich mein lange geplantes Projekt umgesetzt und meinen ejabberd-Server durch einen Prosody ersetzt. Hier eine kurze Übersicht für andere, die diesen Schritt auch planen.

Hintergründe - Warum der Wechsel?

Mein ejabberd hat mir in letzter Zeit immer öfter "consuming too much memory"-Fehlermeldungen gebracht, das hat mich ziemlich genervt (war aber vermutlich eine Konfigurations-Sache). Zudem hat der werte ejabberd immer wieder Einstellungen "vergessen", was ziemlich ärgerlich war. Kurzum, er war schon immer ein wenig zickig und von der Konfiguration her stellenweise nicht sehr entgegenkommend (mag hier und da mein Fehler gewesen sein). Zudem ist ein Stream Management-Plugin nicht in absehbarer Zeit zu erwarten.

Warum Prosody?

Nun, Prosody ist relativ neu (2008) und sehr schlank, dafür umso einfacher zu erweitern. Da der/die Entwickler anderen gegenüber sehr offen sind, hat sich ein gesundes Ökosystem an Modulen gebildet. Eines davon hatte es mir besonders angetan - Überraschung - : Stream Management. Endlich ist es möglich, auch bei schlechter Verbindung verlässlich zu kommunizieren! :-)

Was darüber hinaus wirklich spitze ist, ist der Support, den einem die Leute im MUC bieten - ich habe einige Stunden hier verbracht und eine Hand voll Leute haben sichwirklich viel Mühe gegeben (und sie waren Erfolgreich *g*), meine Fragen bestmöglich zu klären - danke nochmals!!

Installation Prosody - Mein Vorgehen

Während der ejabberd noch friedlich auf dem Server arbeitete, begann die Revolution. Es empfiehlt sich bei Debian-Systemen auf das Repository von prosody (Übersicht hier) zurück zu greifen, da hier immer die aktuellste Version zusammengeschnürt wird (0.6.1 in den ubuntu-Repos versus 0.8.2 in den Prosody-Repos).

Im Anschluss sollte man sich die Konfig-Datei  /etc/prosody/prosody.cfg.lua zu Gemüte ziehen. Sie ist glücklicher Weise recht schön dokumentiert. Hier muss man als erstes den Host auf die eigene Domain ändern. Bei der Verwendung von self-signed-certificates kann man zunächst einmal das aus der Konfiguration weiter oben kopieren und später ein neues erzeugen.

Ein weiteres Detail, das man beachten sollte ist, dass der Nutzer unter dem Prosody läuft auf /var/lib/prosody/* vollen Schreib- und Lesezugriff haben muss. Um herauszufinden, ob etwaige Probleme, z.B. mit den MUC-Bookmarks (nicht les- oder beschreibbar) daran liegen, kann man unter /var/log/prosody/prosody.log bzw. prosody.err nach Fehlermeldungen mit "Permission denied" schauen. Bei mir ist das jedenfalls der Fall gewesen, lies sich durch die Rechtevergabe auf den Ordner aber  schnell beheben.

Migration ejabberd => Prosody IM

Nun, natürlich wollte ich die Nutzeraccounts samt allen Einstellungen und gespeicherten Daten erhalten. Glücklicherweise gibt es von den Prosody-Leuten hierfür ein Script, das sehr gut funktionierte: http://prosody.im/files/ejabberd2prosody (Update: Jens hat im Kommentar unten auf das Script bei Github verwiesen. Es ist rund 1.100 Zeilen kürzer und wohl einiges aktueller. Ich habe es selbst nicht getestet, bei ihm scheint es ja funktioniert zu haben - daher hier der nochmal sein Link: https://github.com/bjc/prosody/blob/master/tools/ejabberd2prosody.lua ). Auszuführen ist es in /var/lib/prosody/. Zunächst muss man jetzt auf der Konsole mittels
ejabberdctl dump filename.txt
die Daten aus der Datenbank von Ejabberd exportieren (sollte nicht die Standard-DB verwendet werden, weiß ich nicht, ob es geht -> an den Prosody MUC wenden). Das Migrations-Script führt man mittels
lua ejabberd2prosody pfadZurExportiertenEjabberdDatei
aus.
Zu beachten ist, dass der Pfad wo die Dateien hin sollen vom Skript nicht richtig erkannt werden kann und man ggf. noch den Ordner verschieben muss.
Das Skript hat bei mir alles übernommen, es hat sich nur an einer Stelle etwas verschluckt: meine hoch geschätzten Notizen (Storage-Notes) konnten nicht von Psi+ (hab es auch mit Miranda IM getestet) geladen werden. Hier knallte es irgendwie. Wer die Notizen wieder richten möchte, kann folgendermaßen vorgehen: Das private XML liegt unter /var/lib/prosody/<host>/private/<nutzername>.dat.
Das Problem (ich saß da echt 'ne Weile dran, bis ich endlich darauf kam) liegt darin, dass hier leere Attribute = {} gesetzt werden, was irgendwie nicht interpretierbar ist. Wenn man alle leeren geschweiften Klammern durch zwei Anführungszeichen ("") ersetzt, sollte es gehen. Darüber hinaus fügt Prosody bei neuen Notizen immer den Namespace hinzu, daher habe ich das auch gemacht:

["attr"] = {};

bzw.

["tags"] = {};

wurde somit zu

["attr"] = {
["xmlns"] = "http://miranda-im.org/storage#notes";
};

bzw.

["tags"] = "";

Dann ist alles wie gehabt vorhanden und man kann munter weiter damit arbeiten. Könnte man sich auch ein nettes kleines Script basteln, aber den Aufwand war es bei mir nicht wert (genau genommen war es auch den von mir betriebenen nicht wert, weil es nur um meine eigenen Notizen ging, aber egal *g*)

Module

Neue Module werden unter /usr/lib/prosody/modules abgelegt und in der oben bereits erwähnten Konfigurations-Datei aktiviert.

Wer Stream Compression nutzen will (bietet sich bei dem nicht gerade sparsamen XMPP-XML meines Erachtens an), muss unter Debian & Konsorten normal noch die Lua Erweiterung für zlib mittels sudo apt-get install lua-zlib herunterladen und installieren - sonst kann Prosody mit dem aktivierten Modul nichts anfangen. Danach kann man es in der Konfig-Datei aktivieren (und es läuft *g*).

Das Stream Management-Modul mod_smacks lies sich ohne weiteres einbinden und lief auf Anhieb. Jetzt braucht es nur noch bessere Client-Unterstützung, aber für Gajim ist diese in Arbeit und wird hoffentlich nicht so schändlich (bzw. einfach nicht) eingepflegt wie bei Psi. Und Swift bekommt hoffentlich bald Stream Resumption. Aber ich schweife vom Thema ab.

Was es sonst so an Modulen gibt, kann man hier (https://prosody-modules.googlecode.com/hg/) nachsehen und hier (https://code.google.com/p/prosody-modules/w/list) in den meisten Fällen eine kurze Beschreibung und Anleitung finden.

Was nicht mehr geht

Derzeit unterstützt Prosody offiziell kein Publish-Subscribe (es ist aber bereits ein Modul verfügbar), das wird sich aber vermutlich bald ändern. Ich muss zugeben, dass mir der genaue Zweck von PubSub noch nicht 100% erschlossen hat (Nachlesebedarf! *g*), aber ich habe dadurch noch keine Einschränkungen erkennen können.

Ein Webinterface ist standardmäßig nicht gegeben, als eingetragener Admin (entsprechende JIDs sind in der Konfig eingebbar) kann man aber so gut wie alles über Adhoc Kommandos einstellen, einschließlich dem Laden von Modulen). Es gibt aber auch ein Modul, welches auch via Webinterface diese Kommandos bietet, allerdings habe ich das noch nicht getestet. Einfach mal reinschnuppern.

Fazit

Ich bin sehr zufrieden! Die Migration lief mit Ausnahme der Notizen im private XML Storage erstaunlich glatt und problemlos. Dieses Problem wird aber ohnehin nur die Wenigstens tangieren. Die Module funktionieren wunderbar. Ich würde sagen, dass Prosody auf dem Besten Weg ist, State of the Art bei den offenen XMPP-Servern zu werden - wenn er das nicht schon ist. Ejabberd ist gewiss ein guter Server, der auch im großen Stile relativ gut skaliert und seit Jahren bewährt ist. Aber wenn man sich mit XMPP etwas austoben will, halte ich Prosody für die bessere Wahl. Ich hoffe, dass er mich weiterhin so begeistert und sich weiterentwickelt. Rein subjektiv habe ich übrigens das Gefühl, dass der Verbindungsaufbau jetzt schneller geht als zuvor - aber das kann auch euphorische Einbildung sein ;-D

So, vielleicht hilft das hier ja dem Einen oder der Anderen bei der Migration bzw. bei der Entscheidung zu eben dieser.

4Mai/110

Vacuum IM – ein recht unbekannter Jabber-Client

Unter vacuum-im.org (hier die englische Google Code Seite) findet man einen echt brauchbaren XMPP Client - natürlich Open Source und unter Linux und Windows lauffähig.

Ich würde sagen, er ist für Leute, die viel mit XMPP rumspielen und vielleicht auch einen eigenen Server haben sehr interessanter, da er z.B. Service-Disco sehr gut beherrscht und sauber auflistet, was ein Client/Server kann. Viele Details werden leicht erreichbar aufgelistet. Darüber hinaus sind noch Nettigkeiten wie Kommentare zu einzelnen Nutzern möglich. Generell bietet das Programm eine recht aufgeräumte, wenn auch nicht immer ganz praktische Oberfläche. Die Gestaltung des Nachrichtenfensters ist sehr schick gemacht (sieht in etwa so aus wie bei Swift IM).

Nun, ich denke, dass man den Client ruhig mal auf dem PC haben kann, ein Blick darauf schadet dem geneigten Nutzer nicht. Mal sehen, wie sich das Projekt noch weiter entwickelt – Abwarten und Tee trinken.
Was mir daran fehlt? Leider kein XEP-0184 (Message Delivery Receipts) (Nachtrag: laut Entwicklern kommt das noch) und kein GPG, von XEP-0198 (Stream Management) ganz zu schweigen. Local Storage, wie man es von Psi+ und Miranda kennt, kann er leider nicht (oder ich habe es noch nicht entdeckt *g*).

Ich für meinen Teil schätze das Programm im Moment, auch wenn ich z.B. keine OTR-Verbindung zu Pidgin aufgebaut bekomme (hier muss eindeutig mal eine XEP her).

Schön jedenfalls, die Diversität der Clients zu sehen und zu erkennen, dass es überall noch Platz für neue, gute Ideen und Umsetzungen gibt. Weiter so!

Updates: Link zur Google Code Seite; Korrektur bzgl. Entwicklern; Lizenz+Plattformen; Miranda kann auch Local Storage; Message Delivery Receipts sind für eine zukünftige Version geplant

6Feb/110

XMPP/Jabber ist doof, weil…

Genug gelobt. Wollen wir doch mal motzen.

Jabber/XMPP ist doof, weil...

  • ...die Clients (und auch Server) oft kleinere Bugs haben, die nerven.
  • ...die praktischsten XEPs oftmals nur von wenigen Clients und Servern unterstützt werden.
  • ...Dateitransfers über peer2peer-Verbindungen in "verwinkelten" Netzwerken nicht ohne Proxy funktionieren.
  • ...Server und Clients merken teilweise erst spät, dass die Verbindung zwischen Ihnen abgebrochen ist, weil sie dafür relevate Protokollerweiterungen (z.B. XEP-0199) nicht implementieren und richtig nutzen, was dazu führen kann, dass Nachrichten verloren gehen (ebenfalls wegen nicht implementierter XEPs, vgl. hier).
  • ...(menschenlesbares) XML ein gutes Stück mehr Bandbreite braucht, als eine kompakte Binärkodierung (kleiner Scherz am Rande dazu). Dies ließe sich durch eine sauberere Implementierung diverser Erweiterungen zwar reduzieren, aber es bleibt ein großer Overhead.
  • ...es einfach zu wenig aktive Nutzer gibt.
  • ...fast alle Entwickler von Servern und Clients ihr eigenes Süppchen kochen und nicht zusammenarbeiten.

So, wenn mir noch etwas einfällt, wird die Liste ergänzt. Soll mir keiner nachsagen, ich würde einseitig über Jabber schreiben 😉

10Jan/112

Warum man Jabber/XMPP nutzen sollte

Ich nerve gerne. Zumindest dann, wenn ich von einem Thema begeistert bin. So ein Thema ist auch Jabber/XMPP. Daher ist es höchste Zeit, hier einen Blogeintrag zu verfassen und darüber ein wenig zu schreiben - allein schon, damit ich zukünftig meinen "Opfern" nur diesen schicken kann und nicht immer auf's Neue lange Reden verfassen muss 😉 Ich werde das hier von der technischen Sicht her versuchen, so simpel wie möglich zu halten und auch einige Details eindampfen (ist nicht ganz einfach, wenn man angehender Software-Engineer ist und in der Materie drin ist ;-)), auch wenn manches dadurch genau genommen nicht mehr zu 100% stimmt bzw. unvollständig ist. Wer sich wirklich für die Technik dahinter interessiert, wird das schnell in anderen Quellen finden können (Wikipedia ist unser aller Freund *g*).

XMPP-LogoJabber-Logo

Also, dann fangen wir doch mal an. Nun, zunächst sei zu erwähnen, dass die Begriffe „Jabber“ und „XMPP“ quasi gleichzusetzen sind. Ich werde sie ab jetzt bunt mischen .

Was ist dieses Jabber/XMPP eigentlich?

Jabber ist ein kostenloses Chatprotokoll, vergleichbar mit MSN oder ICQ. Es gibt jedoch eine ganze Reihe Unterschiede, auf einige werde ich weiter unten eingehen. Die Jabber-Adressen sehen folgendermaßen aus Benutzername@Anbietername.bla , also exakt so, wie E-Mail-Adressen aufgebaut sind.

Warum Jabber? Was für Vorteile habe ich dadurch?

  • XMPP ist ein freies Protokoll - es "gehört" also niemandem. Wenn ICQ pleite geht oder kostenpflichtig werden würde, dann hieße es "Aus die Maus!". Jabber indes ist ein offenes, standardisiertes (!) Protokoll.
  • XMPP ist flexibel und abwärtskompatibel - Man ist nicht gezwungen, nach ein paar Monaten/Jahren das Programm zu wechseln, weil die Entwickler etwas geändert haben und das Alte nicht mehr geht.
  • Es ist generell an kein Programm gebunden - man hat die freie Wahl. Das führt natürlich zu dem einen oder anderen Vorteil, z.B. haben die Chatprogramme/Clients keine Werbeeinblendungen und sind zumeist nicht klickibunti-überladen. Auch bremsen sie den Rechner nicht so aus, wie beispielsweise das ICQ-Programm.
  • Jabber sieht von vornherein Verschlüsselung vor, was dafür sorgt, dass die Dialoge von dritten nicht einfach mitgelesen werden können.
  • Wenn man bedenkt, dass Google, Web.de/GMX/1und1, Facebook und StudiVZ auf Jabber setzen, brauche ich nicht zu erwähnen, dass das Protokoll wirklich gut ist und sich in Zukunft wohl auch weiter durchsetzen wird.
  • Man kann an mehreren Rechnern (oder auch Mobiltelefonen..) gleichzeitig online sein und wird nicht „herausgeworfen“.
  • Chaträume lassen sich einfach mit wenigen Klicks erstellen, somit kann man mit mehreren Leuten in einem Fenster gleichzeitig chatten.

Was spricht gegen die anderen Protokolle?

  • Der Zwang zu einem speziellen Programm, welches mitunter Sicherheitslücken mitbringt und dadurch den Computer gefährdet (war bei ICQ des öfteren der Fall...)
  • ICQ beispielsweise schreibt in seinen AGBs, dass sie sich das Recht herausnehmen, alles, was von den Nutzern geschrieben wird, frei zu verwenden und daran die Copyrights zu haben. (Vgl.: Wikipedia )
  • Bleiben wir mal bei ICQ: Vor kurzem wurde es von AOL an eine russische (sehr vertrauenserweckend...) Firma für über 187 Millionen Dollar verkauft - es wird also mit aller Macht versucht, Profit aus den Nutzern - euch - zu schlagen.

Nachteile von Jabber - Sind wir mal fair 😉

Natürlich gibt es auch den einen oder anderen Nachteil, das will ich nicht verschweigen.

  • Es ist noch weniger weit verbreitet, was dazu führt, dass man mitunter trotzdem noch sein vertrautes ICQ oder MSN parallel nutzt, um mit anderen Leuten zu kommunizieren. Dass es sich hierbei um einen Teufelskreis handelt, brauche ich nicht zu erwähnen. Aber meine Kontaktliste wächst stetig, es geht also voran.
  • Da es nicht "den einen, heiligen Gral" als Programm gibt, zu dem man quasi gezwungen wird, ist so manch einer ein wenig abgeschreckt. Aber es ist alles kein Hexenwerk, ganz im Gegenteil, versprochen.
  • Um Daten zu versenden, KANN es sein, dass man ein wenig an den Einstellungen spielen muss, bis es geht. Wobei das bei ICQ bei mir auch nicht immer funktioniert hat.
  • Es gibt sogar die Möglichkeit, zu telefonieren und Videokonferenzen zu halten, jedoch unterstützen das noch nicht viele Programme und es funktioniert in manchen Netzwerken derzeit eher schlecht als Recht. Aber GoogleTalk ist ein Beispiel dafür, dass es auf jeden Fall auch gut funktionieren kann – andere Programme müssen hier noch verbessert werden.

Neugierig? Was brauche ich zum Ausprobieren?

Da Jabber ein Protokoll-Standard ist, gibt es kein offizielles Programm von irgend einer Firma. Daher hat man die Wahl zwischen verschiedenen Programmen, wovon ich einfach mal zwei (drei) herauspicken möchte.

  1. Psi (www.psi-im.org) Ist ein reinrassiges Jabber-Programm. Es ist relativ schlicht, sieht meiner Meinung nach aber dennoch gut aus. Ich verwende es seit geraumer Zeit.
  2. Pidgin (www.pidgin.im) ist ein Chatprogramm, das neben XMPP auch andere Protokolle, wie zum Beispiel ICQ, Facebook (welches aber auch Jabber einsetzt...),MSN, Yahoo und viele mehr unterstützt. Es ist ebenfalls übersichtlich und schlank.
  3. Ein Programm, welches durch seine Einfachheit besticht, ist Swift (www.swift.im ), jedoch befindet es sich noch in der Entwicklung (Januar 2011), daher empfehle ich es nur eingeschränkt – wenngleich es bei mir im Test wunderbar funktionierte. Wenn es fertig ist, wird es aber von der Nutzerfreundlichkeit bestechend sein – perfekt für Menschen, die sich nie mit Konfigurationen beschäftigen wollen und sich ein Stück Software wünschen, das einfach funktioniert und dabei auch noch gut aussieht.

Wie man die Programme konfiguriert, ist sehr schön unter einfachjabber.de erklärt.

Um Jabber zu nutzen, muss man sich einen Account auf einem Server anlegen (vgl. auch einfachjabber.de), so denn man nicht schon einen hat. Woher ihr schon einen haben sollt? Nun, beispielsweise wenn ihr eine E-Mail-Adresse von GoogleMail, Web.de oder auch GMX habt -> hier könnt ihr euch einfach mit den Login-Daten anmelden und ab geht die Post. Sollte dem nicht so sein, würde ich spontan zu jabber.ccc.de raten.

Es ist wirklich kinderleicht, glaubt mir einfach 😉

So, das sollte jetzt mal ein 'kleiner' Abriss über Jabber und XMPP sein. Vielleicht kann ich ja den einen oder anderen 'bekehren', würde mich freuen! Wir sehen uns in Jabber, erreichbar bin ich unter

zwei-und-vierzig {Ät-Zeichen} jabber.org

Bis dann und danke für's Lesen! :-)

Weiterführende Links:

Das XMPP-Logo steht unter dem Copyright der XSF, vgl. [1], [2].

4Dez/100

Vikuiti Displayschutzfolie für das HTC G1

Ich bin jemand, der tendenziell sehr pfleglich mit seinen (teuren) technischen Gegenständen umgeht. So klebte ich z.B. auf meine beiden Kamera-Bildschirme Schutzfolien. Bislang habe ich hierfür auf recht günstige Folien zurückgegriffen, meistens aus dem Hause Bedifol. Die Dinger sind okay, aber für einen Grobmotoriker schwierig aufzubringen (blasenlos hat bislang nie funktioniert). Gehalten haben sie bisher ziemlich gut, die Spieglung bei starken Licht war in Ordnung. Für den Preis also total vertretbar, bevor man Kratzer auf dem Bildschirm hat.

Nun wollte ich endlich für mein HTC G1 auch eine Schutzfolie. Da es sich um ein Touchdisplay handelt, wollte ich hier mal nicht ganz so knausrig sein und habe mir die Vikuiti DQC160 - Folie gegönnt, die mehr kostet als das 6er-Pack von Bedifol- nämlich ca. 6,40€ inkl. Versand. Nun stellt sich natürlich die Frage: hat es sich gelohnt?

Ich kann das ganz klar mit einem Ja! beantworten. Das "rumfingern" auf dem Bildschirm funktioniert so gut wie eh und je, das Auftragen war sehr einfach. Angeblich kann man die Folie sogar abziehen, spülen und anschließend wieder auftragen. Die Sonne reflektiert sie nicht mehr als es das Display ohne Schutz tat. Die Folie ist relativ dick, was bestimmt auch zum Schutz beiträgt. Das einzige, was mich stört, ist die Tatsache, dass ich die Folie am Rand des Bildschirms spüre, also die Erhebung/Kante merke. Aber ein wirkliches Problem ist das nicht und wäre bei anderen Folien kaum anders.

Alles in allem würde ich mir die Folie auf jeden Fall wieder holen, auch für andere Geräte. Von mir gibt es einen Daumen nach oben!

veröffentlicht unter: Android, Erfahrungsbericht keine Kommentare