Last-Crusade.de – The Empire Writes Black Stories of these dark and modern days…

7Nov/1380

Update auf Prosody 0.9.1 und etwas mehr Sicherheit

Nach längerem bin ich neulich endlich dazu gekommen, meinen hoch geschätzten XMPP-Server auf die Version 0.9.1 zu erheben.

Das Update lief problemlos, die Befürchtung, dass ich an der Config Anpassungen vornehmen müsste haben sich in Luft aufgelöst. Auf jeden Fall -wie bisher immer - ein super release, danke an die Erschaffer (besonders MattJ)!
Was mich übrigens besonders freute war die nun eingeführte IPv6 Unterstützung.

Da ja gerade ein Manifest zur Erhöhung der Sicherheit im allgemeinen Jabber Netz durch bessere Server-zu-Server-Verschlüsselung im Gange ist, habe ich mich mir die Sache auch mal näher angesehen.
xmpp.net erlaubt ja auf sehr comfortable Art und Weise das Testen der Sicherheit eines Server. Aufgrund der Ergebnisse (Prosody hat in der default-config schon ein A-Ranking) habe ich noch ein paar Anpassungen gemacht. Der SSL-Abschnitt in meiner prosody.cfg sieht nun folgendermaßen aus:

ssl = {
key = "/path_to/private_key.pem";
certificate = "/path_to/cert.pem";
options = { "no_sslv2", "no_ticket", "no_compression", "no_sslv3" };
-- Disable some not paranoid-capable ciphers.
ciphers = "HIGH:!DSS:!aNULL@STRENGTH!:!DES-CBC3-SHA:!ECDHE-RSA-DES-CBC3-SHA:!EDH-RSA-DES-CBC3-SHA";
-- Allow perfect forward secrecy.
dhparam = "/path_to/dh-2048.pem";
}

Ich habe einige unsicherere Ciphers ausgeschlossen, SSL3 deaktiviert und Perfect Forward Secrecy aktiviert. Letzteres benötigte übrigens die Installation von luasec-prosody und ist darüber hinaus erst ab OpenSSL Version >= 1.0.0.

Ich denke, insgesamt ist das ein großer Gewinn.

Um die unterstützten Verschlüsselungsverfahren von OpenSSL einzusehen, reicht übrigens folgender Befehl:
openssl ciphers -v 'HIGH:!DSS:!aNULL@STRENGTH!:!DES-CBC3-SHA:!ECDHE-RSA-DES-CBC3-SHA:!EDH-RSA-DES-CBC3-SHA'

Happy chatting! :-)

27Dez/12186

DNS SRV Einträge (z.B. für XMPP) bei netcup nun möglich

Ich betreibe ja seit geraumer Zeit einen XMPP-Server, genauer gesagt: Prosody. Dieser läuft auf einem vServer bei netcup. Seit geraumer Zeit hatte ich aber nun das Problem, dass ich mich mit manchen Servern nicht mehr verbinden konnte. Blöd. Sehr blöd, dass Jabber.org dazu zählte 😉 Durch die engagierte Hilfe von Zash aus dem Prosody-MUC fand ich dann auch die Ursache: Ich hatte bislang keine SRV-Records für die Domain gesetzt. Leider bot netcup jedoch keine Möglichkeit zum Erstellen solcher Einträge - bis jetzt. Seit kurzem ist dies aber möglich und es funktioniert wie erwünscht (auch wenn die Wartezeit, bis das Ganze DNS darüber bescheid weiß nervig ist). Was für SRV Einträge man braucht, kann man auf dieser Prosody Seite schön nachlesen.

Danke netcup, dass ihr (endlich) das Feature freigeschalten habt. Und nochmals ein großes Lob an das Prosody-Team (Entwickler, Tester und Nutzer im MUC) und : so viel Hilfsbereitschaft findet man nicht bei jedem Projekt, hier aber immer wieder aufs Neue!

10Nov/1268

Profilordner von Psi+ unter Linux/(X)Ubuntu

Ich habe neulich eine ganze Weile gebraucht, bis ich dahinter kam, wie ich meinen Psi+ Profilordner unter Xubuntu sichere/wieder einspiele. Das lag daran, dass man gleich zwei Ordner im home Verzeichnis sichern muss:

~/.config/psi+
~/.local/share/psi+

Nur falls jemand auch mal sucht.

(Suchworte englisch: location of psi plus profile folder)

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4Aug/1269

XMPP – (M)eine Einschätzung und Prognose

Im folgenden Beitrag möchte ich meine persönliche Einschätzung zum aktuellen Stand um XMPP sowie eine subjektive Prognose abgeben. Das Ganze ist als "IMHO" zu betrachten und mag natürlich voll daneben liegen.

Zunächst einmal der Stand Mitte 2012:
ICQ scheint in Deutschland langsam auszusterben. Vermutlich ist das zu weiten Teilen ein Resultat ihrer 'tollen' Clients. MSN und Yahoo kann ich schwer einschätzen, werden aber auch stark an Nutzern verlieren. Und zwar an Facebook. Ja, die Kommunikation der Menschen scheint sich immer mehr auf diese Plattform zu verlagern. Ich werde es mir an dieser Stelle einmal verkneifen zu schreiben, warum ich das vor Allem aus datenschutzrechtlicher Sicht absolut daneben finde.

Nun, so ist also die Situation bei dem Feind - äh bei den anderen IM-Netzwerken wollte ich schreiben. XMPP ist ein Nischenprotokoll. So manch einer kennt es, manche nutzen es sogar. Und damit meine ich jetzt nicht wirklich die Nutzer vom Facebook Chat und MSN, die wohl mittlerweile unter der Haube zwar XMPP verwenden, aber sich nicht für andere Server öffnen. Nein, ich meine die Nutzer, die auf einem freien Jabber Server ein Nutzerkonto haben und alle Vorzüge dessen genießen können. Nun, was kann man machen? Andere anhauen, ebenfalls darauf zu setzen! Teilweise zahlt sich sogar die Hardliner-Mentalität (Jabber oder eben nicht chatten) aus. Aber das ist gewiss nicht für jeden der richtige Weg. Sehr gute Gründe für den (schleichenden) Wechsel gibt es genug, auch hierauf will ich hier nicht noch einmal eingehen.
Doch was muss sich an der Softwarefront noch tun? Hier liegt noch viel Potential brach. Fangen wir bei den Clients an:
Das von mir präferierte Psi(+) Projekt dümpelt vor sich hin und ist nicht gerade offen für Vorschläge und eigene Beiträge (zumindest, wenn man sie nicht in russisch präsentiert). Gajim erscheint brauchbar, aber ich hatte hier und da schon Abstürze und unerwünschtes Verhalten, das einfach keinen guten Eindruck macht. Der schlanke Swift Client entwickelt sich im Schneckentempo. Es fehlt z.B. noch an einer Gesprächschronik (ist schon in Arbeit, ich weiß, aber das ist echt ein elementares Feature..) und seit der Beta Version 2.0 hat sich auch nichts mehr groß getan, wenngleich die Arbeiten an 3.0 bereits weitergehen. Pidgin, der Universalclient und vermutlich wichtiges Sprungbrett zum 'Endsieg' der Verbreitung des XMP Protocols funktioniert zwar. Aber eine richtige Weiterentwicklung mit Funktionen wie Message Receive Receipts oder gar Stream Management ist nicht abzusehen.
Bei der Server Software sieht es meines Erachtens auch nicht signifikant besser aus. Eine gewisse Ausnahme bildet nur Prosody. Hier wird zwar auch schon lange an Version 0.9 gearbeitet, aber es geht wenigstens voran und Version 0.8 ließ bereits wenig Wünsche für den Normalbetrieb offen. Stabil, flott mit freundlicher Unterstützung im Entwickler-Chat habe ich an meinem Favoriten wenig auszusetzen. Die anderen Kandidaten beobachtete ich nicht mehr so genau, daher nur ein grober Abriss. Die ejabberd Entwicklung ist gähnend langsam und es kommt mir so vor, als wenn man sich mehr auf die Unternehmenswünsche konzentrieren würde. Stream Management mögen die Entwickler wohl nicht und implementieren es daher auch nicht, was sehr schade ist. Ihr eigener Gegenvorschlag dazu lässt seit geraumer Zeit auf sich warten. Auch Tigase und OpenFire dümpeln vor sich hin. Mit OpenFire gab es immer wieder Probleme hinsichtlich des Verbindungsaufbaus zu anderen Servern.
Sehr ärgerlich ist der instabile Zustand von Jabber.org, welches eigentlich ja das Flaggschiff und erster Anlaufhafen für der XMPP Gemeinschaft für Einsteiger bei Jabber sein sollte. Verbindungsverluste häufen sich hier. Mir erscheint die eingesetzte proprietäre M-Link Software daher irgendwie nicht auch noch "so ganz optimal". Auch jabber.ccc.de hatte immer wieder kleinere Probleme, über die sich die Nutzer beschwerten. Ich weiß jetzt nicht, wie oft dies passiert, aber ich glaube im Allgemeinen hält es sich derzeit noch im Rahmen. Dennoch wäre eine höhere Verfügbarkeit wünschenswert. Das alles wäre mit einer Integration von dem oben bereits genannten Stream Management in Servern und Clients oder zumindest Message Receive Receipts in den Clients zumindest weniger frustrierend für die Anwender.

Was die Verbreitung von Jabber richtig voran würde, wäre eine Öffnung von beispielsweise MSN oder ICQ (bei FB habe ich die Hoffnung da schon komplett aufgegeben) zu anderen XMPP-Anbietern. Es spricht meiner Meinung nach für sie wenig dagegen. Aber ob und wenn überhaupt wann dies geschieht, steht in den Sternen.

Zuden braucht es noch viel Mund-zu-Mund Propaganda. Vielleicht wird ja auch mal einer der Populär-TV-Sender im Kontext von neuen Datenschutzskandalen bei FB und Co. von dieser offenen Alternative berichten. Aber bis das soweit ist, müssten die verfügbaren Clients hier und da - Manche mehr und Andere weniger - nachbessern. Die Entwicklung darf nicht einschlafen, aber laufend neue halbgare Clients bringen auch nichts. Gerade der Mobilbereich braucht noch eine State of the Art - App für XMPP.

Nun, sieht es also düster aus für Jabber? Nun, ein heller Stern am Himmel wäre jedenfalls kein Fehler. Aber ich vertrete immer noch die Auffassung, dass sich XMPP irgendwann durchsetzen wird - vor allem, wenn die softwareseitige Unterstützung besser wird. Es ist ja nicht so, dass es unbenutzbar ist, ganz im Gegenteil. Ich bin seit Jahren mit meinem Psi+ in Jabber unterwegs und mittlerweile auch schon fast zwei Jahre auf einem eigenen (Prosody) Server. Es hat sich derweil einiges getan und ich bin wirklich weitestgehend zufrieden. Aber für den Massenmarkt des Nutzers von Heute braucht es eben noch ein wenig mehr. Ich denke, unter der Haube werden immer mehr Dienste auf XMPP setzen. Inwieweit sie diese aber öffnen, ist die relevante Frage. (Leicht übertrieben formuliert: Ich will ja nicht von parasitärem Verhalten sprechen, aber so kommt mir das teilweise vor 😉 )

Also, wie sieht meine persönliche Prognose aus? Zweitausendzwölf wird XMPP nicht den Durchbruch bringen, vielleicht auch noch nicht 2013. Aber spätestens 2014 geht es - gesetzt den Fall, dass die Software sich bis dahin entsprechend weiterentwickelt hat - bergauf und die Nutzerzahlen werden signifikant steigen.
Jeder weiterer Nutzer ist ein Gewinn, überzeugt in eurem Umfeld Menschen dazu (Datenschutz, Verschlüsselung und unabhängige Offenheit ohne kommerziellen Hintergrund sollten doch gute Argumente sein?!), jabber eine Chance zu geben. Und unterstützt sie anfangs dabei. 😉

So, das war jetzt mein Senf zum Thema.

10Apr/1268

Psi+ auf deutsch

Wer Psi+ nutzt oder nutzen möchte, hat nun auch die Möglichkeit, das Programm „einzudeutschen“.
Der aktuelle Stand der (u.A. deutschen) Sprachdatei ist jederzeit auf Transifex.net einsehbar. Die Oberfläche ist weitestgehend vollständig übersetzt, bei den Plugins gibt es noch einige Lücken. Hinweise auf Lücken oder Hilfsangebote werden übrigens gerne angenommen, entweder über Transifex oder per Mail, z.B. an mich.

Je nach Betriebssystem und Quelle sind die Sprachdateien bereits mit an Bord. Bei der Windows Version kommen sie hoffentlich auch bald mit ins Standardpaket (kann es derzeit nicht testen), für die (sehr simple) manuelle Einrichtung siehe unten.
Unter (Debian) Linux gibt es gute Nachrichten für die Launchpad-Version: hier werden die Sprachpakete mittlerweile mitgeliefert.

Nachtrag 20.06.2012: Die Sprachpakete wurden nun auch in die Windows-Packages integriert :-) Daher ist kein explizites Nachinstallieren mehr nötig, Linux und Windows sollten lokalisiert sein. Danke an die Entwickler.

Wie bekomme ich die Sprachdatei in Psi+ integriert?
1. Datei herunterladen (Stand 14.04.2012 HIER herunterladbar) und zip-Datei entpacken.

Unter Windows:
2. Datei in den Programmordner kopieren (z.B. C:\\Programme\Psi Plus\)

Unter Linux
2. Datei nach /usr/share/psi-plus/psi_de.qm kopieren

3. Psi+ starten. Die Sprache kann man im ersten Fenster der Einstellungen (Preferences) wählen.

4. Fertig :-)
Dank an Tehnick für die Bereitstellung der Übersetzungs-Infrastruktur und Absprache mit den Paket-Erstellern!

22Dez/1171

Jabber-Client-Updates: Psi, Psi+ und Gajim

So, ein paar kleine Fortschritte gab es auch bei den XMPP-Clients:
Bei Psi ist endlich mal ein wenig Bewegung ins Projekt gekommen und die Website funktioniert wieder halbwegs - das war überfällig. Mal sehen, wann ein neues Release kommt, die Codebasis wird von den Psi+ Entwicklern bereits eine seit geraumer Zeit mit Updates befüllt.

Gajim hat mittlerweile Beta-3 seines 0.15-Releases herausgegeben. Es wurden wohl einige Fehler beseitigt und neue Funktionen hinzugefügt - weiter so!

Die Swift Entwickler sind wohl fleißig am coden, einen Releasetermin für Version 2 haben sie aber wohl noch nicht festgelegt - schade. Wenn die Chat-History erst einmal am Start ist, wird der Client bestimmt sein Klientel finden.

Für Psi+ gab es auch seit längerem kein offizielles Update mehr, Code schreiben sie aber nicht wenig. Mal sehen, was der nächste Changelog bringen wird. Unter Linux kommen jedenfalls fast jeden Tag neue Entwicklerversionen hereingeflattert. Von StreamManagement leider immer noch kein Lebenszeichen. Dafür haben sie OTR halbwegs stabil am Laufen - ein sehr erfreulicher Schritt.

Generell gibt es nicht all zu viel Neues aus der XMPP-Welt:
Microsoft hat MSN ein XMPP Interface verpasst - allerdings ohne freie Server-zu-Server Verbindungen, also genauso wie Facebook. Nun, wenigstens etwas. Die Authentifizierungsmethode, die sie gewählt haben (OAuth), ist auch nicht gerade der absolute Brüller, wenn man mich persönlich fragt - aber wenn sie meinen...

veröffentlicht unter: Jabber/XMPP, Software 71 Kommentare
24Aug/1113

Psi+ GPG-Verschlüsselung unter Linux ((X)Ubuntu) aktivieren

Ich hatte jetzt eine ganze Zeit über das Problem, dass ich bei Psi+ unter Xubuntu (und ich glaube, es war auch unter Linux Mint Debian Edition das gleiche Elend) keine GPG-Verschlüsselung für meinen Account aktivieren konnte, weil ich keinen privaten Schlüssel unter Account Properties -> Details auswählen konnte: Der Button "Select Key" war ausgegraut. An der Schlüsselverwaltung konnte es eigentlich nicht liegen, denn unter Gajim ging es einwand frei. Nun bin ich im Psi-MUC zufällig über die Lösung gestolpert:

libqca2-plugin-gnupg

muss installiert werden. Nun funktioniert GPG einwandfrei. So einfach kann es manchmal gehen. :-)

23Aug/1111

Jabber-Client-Updates: Psi+, Gajim & Vacuum IM

Es gibt mal wieder ein paar kleinere Neuigkeiten bei den XMPP-Clients.

Psi+
Was mich besonders freute, war folgende Zeile im Changelog zu Version 0.15.5091:

 * fixed receipts when pgp/gpg is enabled (psi-receipts.diff, psi-pgp-chat-icons.diff)

Endlich funktionieren die Receipts bei aktivierter Verschlüsselung. Das bedeutet, dass wenn eine Nachricht abgeschickt wird, der Pfeil links von ihr lila ist, bis der Client des anderen eine Empfangsbestätigung sendet. Wenn dieses beim Sender eintrifft, wird der Pfeil grün. Darüber hinaus wurden schöne Icons hinzugefügt, so dass man leicht sehen kann, ob eine Nachricht verschlüsselt übermittelt wurde oder eben nicht. Schön zu sehen, dass es bei meinem lieblings-Jabber-Programm immer wieder weitergeht.

Gajim
Es geht das Gerücht, dass die Tage eine Alphaversion von Gajim 0.15 herauskommt. Diese wird aller Wahrscheinlichkeit nach Stream Management und GPG-Unterstützung unter Windows beinhalten. Ich bin gespannt!

Vacuum IM
Dieser hierzulande recht unbekannte Client wurde in der Version 1.1.1 veröffentlicht. Sie auch hier

veröffentlicht unter: Jabber/XMPP, Software 11 Kommentare
3Aug/11566

ejabberd zu Prosody: Migration & Konfiguration

Endlich habe ich mein lange geplantes Projekt umgesetzt und meinen ejabberd-Server durch einen Prosody ersetzt. Hier eine kurze Übersicht für andere, die diesen Schritt auch planen.

Hintergründe - Warum der Wechsel?

Mein ejabberd hat mir in letzter Zeit immer öfter "consuming too much memory"-Fehlermeldungen gebracht, das hat mich ziemlich genervt (war aber vermutlich eine Konfigurations-Sache). Zudem hat der werte ejabberd immer wieder Einstellungen "vergessen", was ziemlich ärgerlich war. Kurzum, er war schon immer ein wenig zickig und von der Konfiguration her stellenweise nicht sehr entgegenkommend (mag hier und da mein Fehler gewesen sein). Zudem ist ein Stream Management-Plugin nicht in absehbarer Zeit zu erwarten.

Warum Prosody?

Nun, Prosody ist relativ neu (2008) und sehr schlank, dafür umso einfacher zu erweitern. Da der/die Entwickler anderen gegenüber sehr offen sind, hat sich ein gesundes Ökosystem an Modulen gebildet. Eines davon hatte es mir besonders angetan - Überraschung - : Stream Management. Endlich ist es möglich, auch bei schlechter Verbindung verlässlich zu kommunizieren! :-)

Was darüber hinaus wirklich spitze ist, ist der Support, den einem die Leute im MUC bieten - ich habe einige Stunden hier verbracht und eine Hand voll Leute haben sichwirklich viel Mühe gegeben (und sie waren Erfolgreich *g*), meine Fragen bestmöglich zu klären - danke nochmals!!

Installation Prosody - Mein Vorgehen

Während der ejabberd noch friedlich auf dem Server arbeitete, begann die Revolution. Es empfiehlt sich bei Debian-Systemen auf das Repository von prosody (Übersicht hier) zurück zu greifen, da hier immer die aktuellste Version zusammengeschnürt wird (0.6.1 in den ubuntu-Repos versus 0.8.2 in den Prosody-Repos).

Im Anschluss sollte man sich die Konfig-Datei  /etc/prosody/prosody.cfg.lua zu Gemüte ziehen. Sie ist glücklicher Weise recht schön dokumentiert. Hier muss man als erstes den Host auf die eigene Domain ändern. Bei der Verwendung von self-signed-certificates kann man zunächst einmal das aus der Konfiguration weiter oben kopieren und später ein neues erzeugen.

Ein weiteres Detail, das man beachten sollte ist, dass der Nutzer unter dem Prosody läuft auf /var/lib/prosody/* vollen Schreib- und Lesezugriff haben muss. Um herauszufinden, ob etwaige Probleme, z.B. mit den MUC-Bookmarks (nicht les- oder beschreibbar) daran liegen, kann man unter /var/log/prosody/prosody.log bzw. prosody.err nach Fehlermeldungen mit "Permission denied" schauen. Bei mir ist das jedenfalls der Fall gewesen, lies sich durch die Rechtevergabe auf den Ordner aber  schnell beheben.

Migration ejabberd => Prosody IM

Nun, natürlich wollte ich die Nutzeraccounts samt allen Einstellungen und gespeicherten Daten erhalten. Glücklicherweise gibt es von den Prosody-Leuten hierfür ein Script, das sehr gut funktionierte: http://prosody.im/files/ejabberd2prosody (Update: Jens hat im Kommentar unten auf das Script bei Github verwiesen. Es ist rund 1.100 Zeilen kürzer und wohl einiges aktueller. Ich habe es selbst nicht getestet, bei ihm scheint es ja funktioniert zu haben - daher hier der nochmal sein Link: https://github.com/bjc/prosody/blob/master/tools/ejabberd2prosody.lua ). Auszuführen ist es in /var/lib/prosody/. Zunächst muss man jetzt auf der Konsole mittels
ejabberdctl dump filename.txt
die Daten aus der Datenbank von Ejabberd exportieren (sollte nicht die Standard-DB verwendet werden, weiß ich nicht, ob es geht -> an den Prosody MUC wenden). Das Migrations-Script führt man mittels
lua ejabberd2prosody pfadZurExportiertenEjabberdDatei
aus.
Zu beachten ist, dass der Pfad wo die Dateien hin sollen vom Skript nicht richtig erkannt werden kann und man ggf. noch den Ordner verschieben muss.
Das Skript hat bei mir alles übernommen, es hat sich nur an einer Stelle etwas verschluckt: meine hoch geschätzten Notizen (Storage-Notes) konnten nicht von Psi+ (hab es auch mit Miranda IM getestet) geladen werden. Hier knallte es irgendwie. Wer die Notizen wieder richten möchte, kann folgendermaßen vorgehen: Das private XML liegt unter /var/lib/prosody/<host>/private/<nutzername>.dat.
Das Problem (ich saß da echt 'ne Weile dran, bis ich endlich darauf kam) liegt darin, dass hier leere Attribute = {} gesetzt werden, was irgendwie nicht interpretierbar ist. Wenn man alle leeren geschweiften Klammern durch zwei Anführungszeichen ("") ersetzt, sollte es gehen. Darüber hinaus fügt Prosody bei neuen Notizen immer den Namespace hinzu, daher habe ich das auch gemacht:

["attr"] = {};

bzw.

["tags"] = {};

wurde somit zu

["attr"] = {
["xmlns"] = "http://miranda-im.org/storage#notes";
};

bzw.

["tags"] = "";

Dann ist alles wie gehabt vorhanden und man kann munter weiter damit arbeiten. Könnte man sich auch ein nettes kleines Script basteln, aber den Aufwand war es bei mir nicht wert (genau genommen war es auch den von mir betriebenen nicht wert, weil es nur um meine eigenen Notizen ging, aber egal *g*)

Module

Neue Module werden unter /usr/lib/prosody/modules abgelegt und in der oben bereits erwähnten Konfigurations-Datei aktiviert.

Wer Stream Compression nutzen will (bietet sich bei dem nicht gerade sparsamen XMPP-XML meines Erachtens an), muss unter Debian & Konsorten normal noch die Lua Erweiterung für zlib mittels sudo apt-get install lua-zlib herunterladen und installieren - sonst kann Prosody mit dem aktivierten Modul nichts anfangen. Danach kann man es in der Konfig-Datei aktivieren (und es läuft *g*).

Das Stream Management-Modul mod_smacks lies sich ohne weiteres einbinden und lief auf Anhieb. Jetzt braucht es nur noch bessere Client-Unterstützung, aber für Gajim ist diese in Arbeit und wird hoffentlich nicht so schändlich (bzw. einfach nicht) eingepflegt wie bei Psi. Und Swift bekommt hoffentlich bald Stream Resumption. Aber ich schweife vom Thema ab.

Was es sonst so an Modulen gibt, kann man hier (https://prosody-modules.googlecode.com/hg/) nachsehen und hier (https://code.google.com/p/prosody-modules/w/list) in den meisten Fällen eine kurze Beschreibung und Anleitung finden.

Was nicht mehr geht

Derzeit unterstützt Prosody offiziell kein Publish-Subscribe (es ist aber bereits ein Modul verfügbar), das wird sich aber vermutlich bald ändern. Ich muss zugeben, dass mir der genaue Zweck von PubSub noch nicht 100% erschlossen hat (Nachlesebedarf! *g*), aber ich habe dadurch noch keine Einschränkungen erkennen können.

Ein Webinterface ist standardmäßig nicht gegeben, als eingetragener Admin (entsprechende JIDs sind in der Konfig eingebbar) kann man aber so gut wie alles über Adhoc Kommandos einstellen, einschließlich dem Laden von Modulen). Es gibt aber auch ein Modul, welches auch via Webinterface diese Kommandos bietet, allerdings habe ich das noch nicht getestet. Einfach mal reinschnuppern.

Fazit

Ich bin sehr zufrieden! Die Migration lief mit Ausnahme der Notizen im private XML Storage erstaunlich glatt und problemlos. Dieses Problem wird aber ohnehin nur die Wenigstens tangieren. Die Module funktionieren wunderbar. Ich würde sagen, dass Prosody auf dem Besten Weg ist, State of the Art bei den offenen XMPP-Servern zu werden - wenn er das nicht schon ist. Ejabberd ist gewiss ein guter Server, der auch im großen Stile relativ gut skaliert und seit Jahren bewährt ist. Aber wenn man sich mit XMPP etwas austoben will, halte ich Prosody für die bessere Wahl. Ich hoffe, dass er mich weiterhin so begeistert und sich weiterentwickelt. Rein subjektiv habe ich übrigens das Gefühl, dass der Verbindungsaufbau jetzt schneller geht als zuvor - aber das kann auch euphorische Einbildung sein ;-D

So, vielleicht hilft das hier ja dem Einen oder der Anderen bei der Migration bzw. bei der Entscheidung zu eben dieser.

1Jun/1114

User Mood und User Activity via PEP in ejabberd aktivieren

Ich habe mich eine ganze Weile lang mit einem ejabberd-Server rumgeschlagen, bei welchen  PEP (Personal Eventing Protocol, XEP-0163) nicht aktiviert/aktivierbar war (obwohl es laut Config den Anschein hatte) und somit Funktionen wie User Mood (XEP-0107) und User Activity (XEP-0108) nicht funktionierten. Jetzt konnte mir jemand im ejabberd-MUC helfen(thx badlop and skupko): Beim Update von Version 2.0.x zu 2.1.x hat sich die Art, wie man die Funktion in der ejabberd.cfg einstellen muss, geändert.

Original:

{mod_pubsub, [ % requires mod_caps
{access_createnode, pubsub_createnode},
{plugins, ["default", "pep"]}
]},

Korrekt:

{mod_pubsub, [ % requires mod_caps
{access_createnode, pubsub_createnode},
{plugins, ["flat", "hometree", "pep"]}
]},

Mit dieser Einstellung funktioniert alles wunderbar.
Vielleicht hat ja jemand das gleiche Problem und ihm hilft dieser Beitrag.

veröffentlicht unter: Jabber/XMPP, Software 14 Kommentare